
Ines Arnshoff - Tierfotografin Bremen
Manchmal bringt dich ein Tier zurück zu dem, was längst zu dir gehört.
Bei mir war es Winnie. Schwarz, eigensinnig und ziemlich überzeugend.
Winnie war von Anfang an mehr als nur mein Hund. Sie war mein schwarzer Wirbelwind, mein täglicher Grund rauszugehen, mein Blick nach vorne – auch in einer Zeit, in der bei mir selbst vieles stillstand. Zwei Bandscheibenvorfälle, lange Bettruhe und plötzlich dieser Gedanke: Wenn das Leben schon kurz anhält, kann ich auch ehrlich hinschauen.
Auf das, was mir wirklich wichtig ist.
Auf Tiere. Auf Bilder. Auf Beziehungen, die man nicht in Worte bekommt.
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Bevor Winnie kam, konnte ich längst fotografieren. Das Handwerk war da, der Blick auch. Nur das Warum war irgendwo zwischen Ausbildung, Pressefotografie, Studium, Ausland und Alltag ein bisschen leise geworden.
Dann zog ein schwarzer Wirbelwind ein.
Winnie hatte keinen Businessplan. Eher Sand zwischen den Pfoten, sehr eigene Vorstellungen vom Tempo und die Fähigkeit, jeden gewöhnlichen Tag ein bisschen wichtiger zu machen.
Durch sie habe ich wieder gespürt, was gute Bilder eigentlich können: Sie halten nicht nur fest, wie etwas aussah. Sie bewahren, wie es sich angefühlt hat.
Vielleicht ist genau daraus alles entstanden.
Aus einem Hundemädchen.
Aus einem vertrauten Blick.
Und aus dem Wunsch, das nicht einfach vorbeiziehen zu lassen.

Woran mein Herz hängt.
Was ich liebe, sieht man auch in meinen Bildern.

Ich mag es ruhig, aber nahbar.
Leise sein heißt ja nicht, wenig zu fühlen.
Ich bin kein Mensch für großes Tamtam. Eher für gute Gespräche, ehrliches Interesse und Momente, die nicht sofort nach Aufmerksamkeit rufen. Vielleicht mag ich deshalb Tiere so sehr: Sie merken ziemlich schnell, ob jemand wirklich da ist.
Ich mag das Ungeplante.
Das Echte passiert selten nach Plan.
Ich finde es ehrlich gesagt ziemlich sympathisch, wenn nicht alles sofort nach Plan läuft. Wenn ein Tier kurz überlegt, ob es mitmacht. Wenn aus „so hatte ich mir das gedacht“ plötzlich etwas viel Echteres wird.
Ich liebe das Wertige.
Das Handgemachte. Das Bleibende.
Ich liebe Alben, gutes Papier und diese kleinen Details, die man erst bemerkt, wenn man etwas in den Händen hält. Vielleicht, weil ich selbst Erinnerungen nicht gern irgendwo verschwinden lasse. Sie gehören für mich ins Leben. Nicht nur auf ein Gerät.

Dinge, die Winnie vermutlich über mich erzählen würde.
Ich komme aus Leipzig und lebe heute in Bremen – mit Mann, zwei Kleinkindern und Winnie, die offiziell unsere Hundeomi ist, von mir aber wie ein sehr haariges Familienoberhaupt behandelt wird.
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Winnie ist taub und kompromisslos
Punkt 17:30 dreht sie Runden, um 18 Uhr gibt's Futter, da kennt sie nichts. Muss sie raus, gehe ich auch mal im Schlafanzug mit in den Park. Glamour geht anders, Liebe halt. -
In der Welt unterwegs
In Amerika studiert, in Mexiko ein Jahr gelebt, mit Pferden durch die Mongolei geritten. Fremd sein, neu anfangen, einfach staunen, das kann ich inzwischen. -
Ich habe ein sehr flexibles Schlafverhältnis
Ich liebe Schlaf. Wirklich. Ich kann überall und sofort einschlafen. Nur leider: zwei Kinder, viele Ideen und manchmal um zehn noch Kaffee. Das Leben macht's mir nicht leicht. -
Ich wollte Kunst studieren
Geworden ist es dann etwas anderes, aber der Blick fürs Gestalten ist geblieben. Papier, Farbe, Komposition, die kleinen Details: Genau das steckt heute in jedem Bild.
Wofür ich stehe.
Nicht als große Worte. Sondern als das, was du bei mir spüren darfst.
Mit Würde.
Ich sehe Tiere nicht als Motive. Sondern als Persönlichkeiten, mit diesem Blick, den nur ihre Menschen kennen.
Mit Ruhe.
Mit Echtheit.
Mit Bedeutung.
Am Ende geht es nicht um viele Bilder. Sondern um die, bei denen du später denkst: Ja. Genau so war das mit uns.
Was du später nicht auf den Bildern siehst.







Wenn dein Bauch schon ja sagt, darf dein Kopf noch Fragen haben.
